Presse: Wärmedämmung lohnt laut

KfW-Studie nicht

30.03.2013, 15:09 Uhr | AFP, t-online.de, sky

 

Offenbar hält die staatliche Förderbank KfW eine pikante Studie unter

Verschluss: Die Kosten der energetischen Sanierung übersteigen

demnach die Einsparungen bei den Heizkosten deutlich. Dies schreibt die

Zeitung "Die Welt".

 

Die KfW selbst vergibt verbilligte Kredite für die

Wärmedämmung bei Bauvorhaben, sie hat dem Bericht zufolge nun

erstmals die gesamtwirtschaftlichen Kosten untersuchen lassen - mit

desaströsem Ergebnis.

 

Studie: Wärmdämmung rechnet sich nicht

Das Blatt zitiert eine Untersuchung, die das Forschungsinstitut Prognos für die

staatliche Förderbank KfW über Kosten und Nutzen der Energiewende erstellt

hat.

Demnach rentieren sich auch die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen für den

Neubau energiesparender Wohngebäude nicht. Die Investitionen ließen sich

"nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanzieren".

 

Verlustgeschäft von 468 Milliarden Euro

Um den Heizenergieverbrauch in deutschen Wohngebäuden wie von der

Regierung geplant bis 2050 um 80 Prozent zu senken, sind der Studie zufolge bis

dahin Investitionen in Höhe von 838 Milliarden Euro nötig. Im Gegenzug könnten

jedoch nur Energiekosten in Höhe von 370 Milliarden Euro eingespart werden.

Für den Verlust müssten sowohl Eigentümer als auch Mieter und Steuerzahler

aufkommen, die direkt, indirekt oder über Förderinstrumente den energetischen

Umbau mitbezahlen.

 

Stütze für den Bau

Zwar zeige die Untersuchung, dass Investitionen in die Energieeffizienz von

Wohngebäuden positive volkswirtschaftliche Auswirkungen hätten: Rund 200.000

bis 300.000 Arbeitsplätze könnten so in der Bauwirtschaft und dem Handwerk bis

2050 gesichert werden.

"Große Investitionen in den Klimaschutz tragen zu Wachstum und Beschäftigung

bei", urteilte demnach KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

 

Allerdings widersprach dem Thomas Beyerle, Chefresearcher der

Immobiliengesellschaft IVG: "Nach diesem Argumentationsmuster könnte die

Politik auch höhere Fahrpreise und Kontoführungsgebühren festschreiben, damit

die Bahn keine Mitarbeiter entlassen und Banken ihre Bonuszahlungen nicht

reduzieren müssen."

Es gebe keinen Grund, weshalb Eigenheimbesitzer dafür zahlen sollten, dass in

der Bauwirtschaft Arbeitsplätze erhalten blieben.

 

Probleme mit der Dämmung

Hinzu kommt laut "Welt" ein weiteres Problem: Dämmstoffe hätten nur eine

begrenzte Haltbarkeit. "Wir wissen von unseren Mitgliedsunternehmen, dass die

Dämmung an vielen in den 90er-Jahren sanierten oder neu errichteten Häusern

bereits heute – nach nicht einmal 20 Jahren – zum Teil Schäden zeigt", sagte

Axel Gedaschko, Präsident des GDW Bundesverbands Deutscher Wohnungsund

Immobilienunternehmen, der Zeitung.

In vielen Fällen habe Regenwasser die gedämmten Fassaden durchfeuchtet.

Dadurch hätten sich Kältebrücken gebildet, die Wärme aus den Zimmern nach

draußen leiten. Statt Heizkosten zu sparen, muss nun mehr Gas oder Öl

verbrannt werden.

Quelle: AFP, t-online.de, sky

Copyright © 2013. Alle Rechte vorbehalten